Spanien

Affiges Gibraltar und Tümmler vor Tarifa

24. Mai 2016
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Schon wieder Andalusien. Aber was willste machen? Das Essen, das Wetter, die Menschen,, die Landschaft, die Städte. Es ist schlicht immer wieder sehens- und erlebenswert. Diesmal mit zwei außergewöhnlichen Orten: Gibraltat und Tarifa. Das eine die englische Enklave und Tarifa der Wallfahrtsort für Surfer.
Zunächst zu Gibraltar: meist wird von der Einreise mit dem Auto abgeraten, weil es vor der Grenze zu Spanien zu Stau käme. Das kann ich so nicht bestätigen, zumindest nicht für den Frühling. Die Staugefahr ist meist nur dann sehr hoch, wenn sich Spanien und England wieder mal um irgendwelche Kleinigkeiten streiten und der Grenzübergang ist dann der ideale Posten um sowas eskalieren zu lassen.
Schon kurz nach der Grenze erscheint das erste Highlight: der Flughafen, genauer die Landebahn, die einfach mal auf die Halbinsel gebaut wurde, von einem Ende zum anderen. Wenn ein Flugzeug landen möchte, wird wie bei einem Bahnübergang die Strasse gesperrt und nach der Landung wieder geöffnet. Kurz hinter der Landebahn befindet sich schon die Innenstadt. Kann man locker zu Fuß erreichen, doch der Vorteil eines Autos ist simpel: die Halbinsel lässt sich besser erkunden. Einmal um die Insel düsen das muss sein. Da wäre zunächst der Leuchtturm der sich im Süden befindet und den Blick auf die Straße von Gibraltat freigibt die von hunderten Schiffen am Tag befahren wird. Dort befindet sich auch die Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, die südlichste Moschee Europa und eine der größten Moscheen die in einem nicht islamischen Land steht.  Nach der „Rundreise“ lohnt sich ein  Besuch der Main Street. Marks and Spencer, Pubs, BHS, englische Kolonialgeschichte. Es sieht aus wie in jeder beliebigen englischen Kleinstadt. Ebenso englisch ist das Wetter. Durch Zugehörigkeit zum Vereinten Königreich regnet es natürlich. Aber kein Problem, denn Pubs gibt en masse und natürlich auch das zugehörige Bier und die Fish and Chips. Highlight sind natürlich die Affen, von denen es heißt, sollten sie je Gibraltar verlassen, wäre das Gebiet für die Krone verloren.
Zu den Affen gelangt man am besten mit der Seilbahn, am Ende der Main Street. Aber hier gilt es den größten Ansturm zu umgehen oder sich einer der Busreisegruppen die überall rumstehen anzuschließen. Diese genießen den Vorteil sich nicht mit der Masse anstellen zu müssen und kommen durch den Hintereingang zur Gondel. Meist zur Mittagszeit wartet der gewöhnliche Rest gerne mal eine Stunde. Also besser die Affen zum Nachmittag einplanen. Die Fahrzeit zum Gipfel dauert nur ein paar Minuten und das affige Begrüßungskommitee wartet schon. Und ja, die Vorsichtsmaßnahmen die man so mitbekommt sind zu beachten, denn unsere primitven Vorfahren klauen alles was nicht niet- und nagelfest ist, was blinkt, was essbar ist, was nicht verschlossen oder versteckt ist. Also alles. Und einmal in den Pfoten ist es meist für immer verloren.
Ansonsten sind die Kollegen unschüchtern und krabbeln gerne auf einem rum und lassen sich auch mal kraulen, können aber auch ganz schön fies werden. Auf jeden Fall sind sie einen Besuch wert, als Bonus ist die Aussicht bis rüber nach Marokko zu genießen.
Der Abstieg gelingt auch unproblematisch zu Fuß, inklusive Abstecher zu den Vogelstationen. Auf Gibraltar machen viele Vögel Verschnaufpausen um dann weiter nach Norden oder Süden zu ziehen und ist somit ein Paradies für Ornithologen.


Auf nach Tarifa

Nach Gibraltar geht es weiter nach Tarifa, das man innerhalb von zwei Stunden erreicht. Im Grunde keine allzu außergewöhnliche Stadt, wenn auch sehr pittoresk, durch die typischen kleinen Gassen und vielen Cafes. Der Wind machte die Stadt so berühmt, der tausende Surfer und Kiter anzieht. In Tarifa und vor allem an der Landstraße Richtung Cadiz stehen die Hotels und Hostals wie Reihenhäuser um Unterkunft für Wassersportler zu bieten, die täglich zu hunderten an den verschiedenen Stränden zugange sind. Vom Anfänger bis zum Profi, vom Kite- bis zum Windsurfer. Auch für Nicht-Surfer ein schönes Schauspiel.
Die zweite Attraktion sind die Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar. Tümmler, Delfine, Orcas, Grauwale tummeln sich im Wasser, leider hat man natürlich keine Gewähr auch alle oder nur einen Wal  zu Gesicht zu bekommen, außer den Delfinen, die sind immer da und springen um die Boote herum.
Die zweistündige Ausfahrt kostet mit Firmm 30 Euro, inklusive eines durchaus interessanten Vortrages über die verschiedenen Wassersäuger und die Probleme die mit der Schiffahrt einhergehen. Die besten Chancen Tiere zu sehen sind natürlich bei schönem Wetter und wenig Wellengang, so sind die ausstoßenden Wasserfontänen schon von weitem zu sehen. Bei starkem Wind oder Regen wird es etwas schwieriger, zu oft geraten Wellenberge zwischen Boot und Tier, aber: die Fahrt ist umso spaßiger, zumindest wenn man auf Wellenreiten steht, diese können schon ein paar Meter hoch werden, was nicht allen Passgieren gefällt. Aber es gibt ja Kotzbeutel. Ich zumindest finde es toll, wenn die Gischt hochpeitscht, das Boot schaukelt und den Wellen vermeintlich ausgeliefert ist. Die Wale selbst sind einfach riesig. Nicht nur die Masse, auch die Präsenz der Tiere ist beeindruckend, größer als das eigene Boot, mit einer Ruhe und Gelassenheit bewegen sie sich fort in der Gewissheit nichts fürchten zu müssen (was natürlich trügerisch ist). Minutenlang bewegen wir uns parallel zu den Walen, bis sie noch einmal Luft holen um dann abtauchen um Nahrung zu suchen.  Nach 2 Stunden ging es wieder zurück in den Hafen Tarifas. Wie oben schon erwähnt. Unbedingt mal machen, im Idealfall einen Veranstalter suchen der nicht zu nah an die Tiere ran fährt und Abstand hält, damit sie nicht gestört werden.

Berlin

Der Ziegenhof: verstecktes Kleinod in Berlin

2. Mai 2016
Ziegenhof

Ein von außen beliebiger Berliner Hinterhof. Dazu noch in Charlottenburg. Dort befindet sich der Ziegenhof der Kiezinitiative 128. Und ja, der Name ist Programm. Dort wo sonst Häuser oder Parkplätze stehen, befinden sich eine Handvoll Ziegen und lustige Hühner, die dazwischen seelenruhig ihre Runden drehen. Die darf man auch besuchen und füttern und wenn sie gerade gut drauf sind, was nicht immer der Fall ist, auch streicheln.
Das ist das schöne an Berlin, dass solche Plätze so unvermittelt auftauchen. Betrieben wird der kleine Zoo vom „Block 128“ einer gemeinnützigen Kiezinitiative, die es schon seit über 30 Jahren gibt und sich bislang jeder Gentrifizierung und Neubauten widersetzte und somit erst das Kleinod Ziegenhof möglich machte.
Der Ziegenhof ist rund um die Uhr zugänglich, es wird kein Eintritt verlangt, eine Futterspende ist aber willkommen. Der Hof finanziert sich komplett von selbst, in regelmäßigen Abständen gibt es Aktionstage wie Kiezsingen oder Feste, durch das eingenommene Geld wird der Hof bewirtschaftet.

Bei inzuam findet ihr noch ausführlicheres zur Initiative.

 

Berlin

Wo die wilden Waldmöpse leben: Brandenburg (Havel)

26. April 2016
Brandenburg Havel

Das tolle an Berlin ist ja nicht nur Berlin an sich, auch der ganze Speck- oder besser: Seengürtel hat was. Brandenburg an der Havel ist gerade mal eine Stunde von Brerlin entfernt, fährt man über die Landstrasse geht es durch schöne Alleen und an an weiten Feldern vorbei. Brandenburg selbst ist mit 70000 Einwohnern durchaus ein schickes Städtchen. Ungewöhnlich sind die vielen Kanäle und Flüsse die sich durch die Stadt schlängeln. Gepaart mit den renovierten Häusern erscheint sie fast wie ein künstlich angelegtes Dorf. Selbst an einem gewöhnlichen Freitagmittag scheint die Stadt wie ausgestorben und das bei schönstem Wetter. Was durchaus positiv zu sehen ist, keine Schlangen vor den Eisdielen oder dem Schnellchinesen, die Parks nur bewohnt von Fröschen, Enten und Eichhörnchen. Ab und an trifft man eine Schulklasse die zur Besichtigung des Doms genötigt werden. Im Grunde also der ideale Ausflugsort für gestresste Großstädter. Gegenüber des Annen-Einkaufszentrums liegt das Pauli Kloster, von dort gelangt man innerhalb ein paar Minuten auf die Dominsel mit Dom (logisch). Von dort über die Niederhavel und man verfehlt fast Edgar Baerenz‚ Regionalladen. Als Hobby gedacht mit dementsprechend eingeschränkten Öffnungzeiten bietet der kleine Laden alles aus der Region. SchokoladeJK-22.04.2016-9, Eier, Schnaps, Keramik, Käse, Eis aus Ziegenmilch um nur eine paar Artikel zu nennen. Zu jeder Ware kann Edgar Baerenz erzählen wo sie herkommt, wer sie wie produziert. Das macht Spaß. Ich habe mich zu einer Schokolade mit Krokant und Salz hinreißen lassen. Sehr lecker. Man kann sich auch ein Eis mitnehmen und dann einfach 100 Meter weiterlaufen und schon ist man am Strand. So richtig mit Wasser und Sand. Zugegeben das ist nicht die Copacabana, aber immerhin. Wobei das Baden auch im Hochsommer wahrscheinlich an den Wassertemperaturen scheitert, je nach Kälteempfinden.
Auf dem Weg durch die Altstadt fallen dann doch zwei Dinge ins Auge: neben vielen neuen und renovierten Häusern, stehen immer wieder komplett oder teilsverfallene Gebäude, die so gar nicht ins Stadtbild passen. Und: Hunde, also Möpse, Loriots Waldmöpse. Neun von den bronzenen Vierbeinern wurden 2015 zu Ehren Loriots in der Stadt ausgesetzt. Das ist übrigens eine schöne Fleißaufgabe alle neune zu finden. Man sollte die Stadt übrigens auch mal per Boot erkunden, Verleihstellen gibt viele, das bietet nochmal eine andere Sicht und im Anschluss lässt sich die Havel und die Plauener Seen erkunden.
Brandenburg fühlt sich an wie ein großer, vielleicht ein bisschen steriler Park, im Sommer, um der Hitze der Großstadt zu entfliehen gar nicht mal so schlecht ist.

Berlin

Warum Du das Tempelhofer Feld besuchen solltest.

20. April 2016
Tempelhofer Feld

Um Berlin zu verstehen muss man unbedingt das Tempelhofer Feld sehen. London hat den Hyde Park und Dutzende anderer Parkanlagen und Grünflächen, New York den Central Park. Und Berlin? Berlin hat das Tempelhofer Feld. Nur ist hier nichts kultiviert, es gibt keine Flüßchen oder Pavillions. Nicht mal Bäume. Eine 300 Hektar große brache Fläche.
Zugegeben, als ehemaliger Flughafen hätten sich Bäume oder sonstige Bebauungen eher ungünstig auf den Flugverkehr ausgewirkt. Nur wäre es wohl in allen anderen Städten einer wie auch immer gearteten Kultivierung anheim gefallen.
In Berlin bleibt es eine riesige anarchische Fläche. An den Rändern kann man sich Fahrräder, Kettcars und Roller mieten, ab und an stehen Kaffeefahrräder und in der Mitte tummeln sich die Kitesurfer und im Sommer die Grillparties. Der einzige Herrscher übers Feld ist die Feldlerche für die große Flächen zwischen April bis Juli gesperrt werden. Jegliche Bebauung wurde gerade erst durch eine Volksabstimung abgeschmettert. Orte die keinem gezielten Zweck dienen, die fast komplett den Bürgern überlassen werden, lohnen sich erhalten zu bleiben.
Seit ein paar Jahren gibt es sogenannte Pionierprojekte. Hier lässt sich Einradfahren lernen oder in Sachen Begrünung für den heimischen Garten fortbilden. Bis vor kurzem konnte man sich auch von Shaolin-Mönchen in ihre Kultur einführen lassen. Solche ungewöhnlichen Zwischennnutzungen passen hervorragend dorthin.
Auch im Winter, wenn dort weniger als sonst los ist, lohnt sich der Besuch und sei es nur um sich mal den Kopf und die Seele durchpusten zu lassen.

Berlin

Die Ruhe im Sturm

19. April 2016
Park im Schloss Charlottenburg

Berlin kann hektisch sein, gerade im Sommer doch stressig sein, Dutzende von Festivals und Konzerten und Festen
(aktuelle Übersicht übrigens bei Zitty). Ab und zu sind Ort der Ruhe Gold wert. Klar, eine Reise an den Wannsee oder Richtung Schlachtensee sind eine Möglichkeit, wobei diese in Sommerzeiten gerne mal überlaufen sind. Eine Alternative ist schnell erreicht und bietet selbst am Wochenende genug platz für ein Picknick oder einfach einen Spaziergang. Der Charlottenburger Schlosspark.

Nicht nur bietet das 55 ha große Areal Bächlein, einen Teich, Liegewiesen, einen großen Kinderspielplatz und trotz der zentralen Lage und guten Erreichbarkeit Hipsterfreie Zone. Das mag natürlich an der Altersstruktur Charlottenburgs liegen, erzeugt somit eine kleine Oase der Ruhe.

Wer also eine kleine Auszeit sucht, ab nach Charlottenburg.

 

Reisen

Tipps zum besseren Fliegen

19. April 2016
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Credit: (Touch the Sky: han.lei / photocase.de)

Solange das Beamen noch nicht erfunden ist, wird es schwer Kontinente schnell zu überwinden, also bleibt nur das Flugzeug, trotz aller negativen Seiten: Ich mag fliegen. Den Blick von oben, die Ruhe bei Nachtflügen, wenn die Turbinen brummen, dann kann ich wunderbar schlafen. Auch das im Grunde unkomplizierte: trotz Security und Passkontrollen.
Unentspannt am Zielort ankommen ist so schlimm wie schlechter Sex. Das mag niemand. Also hier ein paar Tipps zum entspannten Reisen und Buchen.

Im Grunde geht der ideale Flug schon mit der Buchung los. Wenn der Zielort feststeht, gerade bei Langstrecken sollte man sich vorher überlegen wo man abfliegt und mit welcher Fluggesellschaft. Hört sich banal an, ist aber nicht. Wenn der Urlaub schon mit Stress und Unausgeschlafenheit beginnt ist das unschön.

Nach Hong Kong kann ich von Frankfurt aus direkt fliegen. 11 Stunden in der engen Economy? Eher ungut. Man kann aber auch einen Stop zB in Dubai einplanen. So halbiert sich die jeweilige Flugzeit. Und man hat ein wenig Zeit zum entspannen. Die beste Suchmaschine für Flüge ist derzeit Google Flights. Google FlightsNicht nur ist sie schnell und zuverlässig, ein Feature was viele andere nicht haben: die Suche mit flexiblen Reisedaten. So lässt sich der günstigste Flug finden, wenn man kann festes Reisedatum hat. Ansonsten gibt es noch Skyscanner oder Kayak auf deren Suchen viele andere zurückgreifen.

Steht der Flug fest, gehts an die Buchung. Ich buche meist direkt über die jeweilige Fluggesellschaft, meist ist dort am transparentesten und ich habe gleich einen Buchungscode, den ich mit der jeweiligen App nutzen kann. Vor allem kann ich dort schon einen Sitzplatz reservieren.
Bei Kurzstrecke bis 2 Stunden buche ich meist blind, also Hauptsache Sitzplatz. Bei Mittel- oder Langstrecke sieht das schon anders aus. Ein kurzer Blick auf Seatguru reicht um zu sehen ob sich der jeweilige Platz nicht zufällig direkt an der Bordküche befindet oder gar in Toilettennähe oder ob sich die Lehne nicht verstellen lässt (meist vor den Notausgängen).

seatguruGut einen Tag vorher kann man schon einchecken: immer nutzen. Es gibt noch so viele Leute die ich mit ausgedruckten Bordkarten sehe und die dann schön vor dem Check-in Schalter Schlange stehen. Einmal schon eingecheckt, geht es direkt, wenn man nur Handgepäck hat direkt zum Gate, mit mehr nur kurz zur Gepäckaufgabe und da ist immer noch viel weniger los als am normalen Schalter. Es gibt ja Leute die sind 2 oder gar 3 Stunden vorher am Flughafen. Das ist keine gute Idee! Warum: weil die Counter schlicht noch nicht geöffnet haben! So muss der Koffer immer noch am Flughafen mitgeschleppt werden. Seid je nachdem eine gute Stunde vorher am Airport, das reicht. Da bleibt noch genug Zeit fürs Shopping oder kurz was Essen.
Dass in den Koffer den man aufgibt keine teuren Wertgegenstände wie Kamera oder Laptop gehören ist eh klar. Ein Trolley oder Rucksack fürs Handgepäck ist einfach Pflicht.

Erstmal an Bord, lässt sich nun wenig beeinflussen: viele meinen, man solle auf Alkohol verzichten, mag sein, ich schlafe nach einem oder zwei Gläsern Rotwein wie ein Baby. Trinken generell ist durchaus wichtig, ich habe in der Regel immer eine 1 Liter Flasche Wasser dabei. Just in case.  Lieblingskleidung an Bord: Jogginghose und Schlabberpulli. Soll ja bequem sein. Kein Schnickschnack. Die aufblasbaren Nackenkissen sind nicht mein Ding, aber viele schwören darauf. Da die Temperaturen an Bord meist zwischen arktisch und subtropisch schwanken, immer eine dicke Jacke oder Weste mitnehmen, auch dafür ist ein Rucksack ideal.WP_20160307_22_40_25_Pro
Inzwischen, je nach Buchungsklasse und Airline, kann das Bordessen durchaus ein Highlight sein. Auch hier bietet sich an vorher die Diätwünsche online zu buchen. Viele Airlines bieten von vegetarisch über glutenfrei bis hin zu halal im Grunde alles an.

Wichtig an Bord: das Entertainmentprogramm. Zum Lesen habe ich meist wenig Lust, lasse mich gerne berieseln. Auch 2016 gibt es hier noch massive Unterschiede in den jeweiligen Airlines. Von Top wie Lufthansa oder Emirates zu Flop wie Swiss, deren Angebot, sagen wir mal: überschaubar ist. Um die Filme und Serien aber geniessen zu können braucht es gute Kopfhörer. Ich habe mir mal ein paar gute noise-reduktion-Earplugs gegönnt. Reduziert gerade die Turbinengeräusche exzellent, die ja die Hauptlärmquelle darstellen. Deshalb habe ich auf dem Laptop oder dem Tablet immer ein paar Filme oder Serienepisoden dabei.

Mehr braucht es nicht um augeruht und relaxed am Zielort anzukommen.

So und nun viel Spaß beim nächsten Flug.

 

Allgemein

Blogparade: Märkte in aller Welt

19. April 2016
Gewürze in einer Hong Konger Markthalle

Gudrun von Reisebloggerin.at hat eine Blogparade zum Thema Märkte initiiert. Da machen wir doch gerne mit.

Schon in Deutschland gibt’s tolle Märkte: in Frankfurt die Kleinmarkthalle oder in Berlin das Dong-Xuan Center. Ansonsten gehe ich in Berlin meist in den Supermarkt nebenan, weil eben: nebenan, ab und an in den Asiamarkt wenn ich mal was ausgefallenes brauche.

Doch am tollsten fand ich bislang die Märkte in Hong Kong, einfach weil es dort alles gibt, also wirklich alles.
Gefälschte Adidas-Shorts über unechte Rolex-Uhren und frischem Fisch bis hin zu Blumensträußen. Deutsche Lebensmittelkontrolleure würden wahrscheinlich einen Herzkasper bekommen, wenn sie sehen würden, wie Fleisch und Fisch offen verarbeitet wird. Dort stört das allerdings niemanden. Die Markthallen sind oft mehrstöckig, Platz ist ja teuer. Meist sind die Märkte ganz grob nach Kategorien aufgeteilt: Im Erdgeschoss finden sich Fisch und Fleisch, im ersten Obergeschoss dann Trockenlebensmittel dun Dienstleiter und ganz oben Klamotten und Haushaltswaren, oft findet man auch dort noch ein Restaurant bei dem man günstig essen kann.
Schon außen wuselt es vor Geschäftigkeit, immer wieder bringen Fischer ihre Ware an Land, Großhändler liefern unentwegt Elektronik und Klamotten an. Überall piepst und rattert es, flirren Musikfetzen durch die Luft, es riecht und duftet nach Fisch, nach Meer, aber auch nach gebratenem Fleisch und nach süßlichem Tee. Tierhälften hängen neben Hummern, in großen Gläsern werden getrocknete Kräuter oder Fischhäute verkauft, 5 Meter weiter bringt ein Schuhmacher mit stark riechendem Kleber die Sandalen wieder in Schuß.
Diese Märkte haben nichts gemein mit den Konsumtempeln auf Hong Kong-Island, hier glitzern nur die falschen Edelsteine. Hier kaufen die Arbeiter und Angestellten die (noch) nicht vom Aufstieg Hong Kongs profitieren, bepackt mit großen Taschen oder Hackenporsches wird der Großeinkauf bewältigt.
Diese Flecken sind mir meist lieber als die aufgehübschten Einkaufzentren, die trotz allem Luxus immer seelenlos bleiben werden.

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Allgemein Reisen

Wochenendtrip 7

19. April 2016
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Breaking: Die Türkei legalisiert Marihuana. Und das unter Erdogan.

Eine der schönste Reiseseiten im Internet sind die Travelepisodes. Immer wieder tolle Geschichten und ein audiovisuelles Erlebnis. Dirk Rohrbach erzählt von zwei Wochen in der arktischen Wildnis am Yukon River inkklusive Blockhauslebens und Hundeschlittenfahrten.

Ich mag Lübeck nicht so sehr, kann nicht mal begründen wieso, meist ist es mir zu eng und zu dunkel und zu kalt und zu windig. Aber gilt natürlich immer noch als eine Seheswürdigkeit im Norden. Das Meerblog war im Winter in Lübeck, wie es ihr Elke gefallen hat, lest ihr hier.

Reisen wir noch oder knipsen wir schon. Interessante These der SZ, die leider nicht gänzlich unwahr ist: Die Bilder die wir bei Twitter, Facebook, Instagram hochladen sind weitaus wichtiger als das Reiseerlebnis selbst.

Frankfurt die unterschätzte Großstadt. Die natürlich aus viel mehr besteht als aus Wolkenkratzern. Um die geht es aber hier: Inzwischen kann man so fast jedes Hochhaus besichtigen, teils gegen Geld, teils sogar kostenlos, es gibt sogar Hochhausführungen.

Reisen Spanien

Drei Tage in Granada

19. April 2016
Skyline Granada

Ich schrub ja die Tage schon über die Alhambra, nun noch ein paar Worte zu Granada selbst. Ich war über Weihnachten ein paar Tage dort, um dem vermeintlich schlechten deutschen Wetter zu entfliehen, was sich zumindest 2015 als gar nicht so kalt herausstellte. Dennoch ist Andalusien immer eine Reise wert. Sei es Malaga, Cordoba, Granada oder Sevilla. Nirgends sonst bekommt man zwei Kulturen zum Preis von einer und die Gegend kann als Präzendenzfall dienen, wie zwei völlig konträre Kulturen zueinander finden und sich gegenseitig befruchten.
Granada wird natürlich von der Alhambra dominiert. Doch eine Reduzierung darauf wäre zu kurz gegriffen. Die Nähe zur Sierra Nevada, der Albayizin, Sacromonte. Auch wenn ich immer und gerne mit dem Auto unterwegs bin, nach Granada rein ist das einfach keine gute Idee, zu eng, zu verwinkelt sind die Gassen. Die wenigsten Hotels haben eigene Tiefgaragen oder Parkplätze und greifen auf Öffentliche zurück, für die man durchaus teuer bezahlen darf, daWP_20151223_10_48_44_Rich (3) werden schon mal 30 Euro am Tag fällig.

Also Auto abgeben oder gleich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Das Schöne an Granada ist die Kompaktheit, fast alles lässt sich im Stadtgebiet zu Fuß erkunden, man muß nicht mal ein Taxi bemühen. Fast interessanter als die Alhambra finde ich den Albayizin, das historische Viertel, das sich nordwestlich der Alhambra befindet und ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Gerade gegen Abend, wenn die Menschen in die Bars und Restaurants strömen, der Duft von orientalischen Gewürzen die Luft füllt, die arabsischen Kneipen in buntem Licht erstrahlen fühlt man sich nicht in Europa. Das Tolle an Spanien ist die schlicht Quantitative Auswahl an guten bis hervorragenden Restaurants, die Chance mal ein schlechtes zu erwischen ist weitaus geringer als in Deutschland, zumindest ein „okay“ springt immer raus. Egal ob Tapas-Bar oder Fischküche oder eben arabische Küche. Hinter jeder Biegung, lässt was Neues entdecken, sei es eine kleine Kapelle, ein Cafe oder eine Vinothek.
Am besten morgens auf den Albayizin. Von der Plaza Isabel La Catolica sind es nur ein ein paar Minuten zur Plaza Nueva, dort den Rio Darro entlang und dann einfach nach oben. Es gibt viel zu entdecken. Ziel ist der Mirador de San Nicolas, leider kein Geheimtipp, aber der Blick auf die Alhambra ist wohl nirgends besser. In der Saison wimmelt es natürlich von Touristen, aber zumindest nie so sehr, dass man Platzangst bekäme. Im Winter ist erfreulich wenig los.
Als Zwischenstop sei das Café 4 Gatos empfohlen, ein kleines Cafe mit Sicht auf die Alhambra mit toller Cafe con Leche und leckerem Frühstück.
Wer sich verläuft: das passiert den Besten, ist bei diesem Gassenlabyrinth auch nicht verwunderlich, aber so lässt sich wieder neues entdecken.
Als weiterer Höhepunkt kann man anschliessend die Höhlenwohnungen in Sacromonte erkunden. Manche Höhlen sind zu Restaurants umgebaut und in vielen finden Flamencoaufführungen statt, die natürlich, touristisch, geprägt sind, dennoch kann man sich diese dort gut ansehen, so ein Ambiente findet man sonst selten. Es waren drei schön entspannte Tage, weil die Stadt, trotz eines touristischen Reiseziels noch nicht so überlaufen ist, wie andere Städte und Stätten, trotz des teils eher kühlen Wetters, einfach mal in den Cafes sitzen und Cafe con leche trinken und dem Treiben zuschauen. Ja, das geht im Süden einfach doch besser als im hektischen Deutschland.

Reisen UAE

Auf dem Weg nach Al Ain

19. April 2016
zwei Esel in der Wüste

Mit Dubai und Abu Dhabi wird meist Luxus, Hitze, Größenwahn assoziiert. Doch das ist nur die halbe Geschichte. Nur ein paar Kilometer außerhalb der großen Städte beginnt schon die Wüste, die Städte werden kleiner, der Reichtum verschwunden. Knapp 130 km von Dubai entfernt liegt Al Ain. Durch die Nähe zum nicht ganz so geliebten Oman, fast eine Enklave, lohnt sich die Fahrt dennoch.
Dank der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 km/h wird gecruist und nicht gerast, was manchmal ein wenig schade ist, die Straßen sind hervorragend ausgebaut und im Gegensatz zu den deutschen dazu schlaglochfrei.
Die klirrende Hitze die sich auf dem Asphalt spiegelt, am Wegesrand grasende Esel, Kamele die sich auf die Autobahn verirren und ab und an kleine Gebetshäuser und Geschäfte lenken genug ab damit die gut einstündige Fahrt nicht zu eintönig wird.
Nach dem Erreichen Al Ains, mit gut 500000 Einwohnern so groß wie Dortmund, mutet sie wie eine beliebige arabische Stadt an. Doch schon kurz hinter der Stadtgrenze erscheint wie aus dem nichts eine Wand aus Stein: Jebel Hafeet. Der eigentliche Grund der Reise. Nicht nur ist der Berg, mit 1300 metern der zweihöchste innerhalb der Emirate, eine grüne Oase inmitten von hunderten Kilometern Wüste, liegt am Fuße des Berges. Sattes Grün ermöglichen Parkanlagen in den Picknicks stattfinden, kleine grasbedeckte Hügel konkurrieren mit den schroffen Felsen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Es gibt Schwimmbäder, Parkbänke, Grillmöglichkeiten, sogar ein Burger King ist ansäßig.
Konträr zu den deutschen Parks finden sich keine Müllhalden, keine übriggebliebenen Verpackungen, selbst Singapur dürfte hier neidisch werden. Der ideale Ort es sich gemütlich zu machen und nach der Fahrt mal kurz zu verschnaufen. Die Oase hat sich ihren Namen redlich verdient.
Die zweite Sehenswürdigkeit lässt sich mit viel Freude erfahren. Der Weg zum Gipfel ist das Ziel, gilt sie völlig zurecht als eine der besten Bergstraßen der Welt. Und selbst mit einem Toyota Corolla macht die Fahrt unfassbar viel Spaß.
Die regelmäßigen Parkplätze verführen zum Halt machen und die Aussicht zu genießen. Und die Einladung sollte angenommen werden. Die Ausblicke sind fantastisch (auch wenn der Burj Khlafi trotz der Höhe nicht zu sehen ist).
Doch das Best kommt zum Schluß. Wenn die Nacht hereinbricht lebt die Straße des Jebel Hafeet erneut zum leben, hunderte Straßenlampen erleuchten und windet sich wie eine lumineszierende Schlange zum Gipfel.
Eine Reise die sich lohnt, und bei der ich das nächste Mal wohl einen oder zwei Tage länger bleiben werde, mit dem 2014 eröffneten Wadi ist immerhin eine weitere Sehenswürdigkeit hinzugekommen.